Michael Russ: Ein Leben für die Musik Der erfolgreiche Stuttgarter Konzertveranstalter startet in die 66. Saison

Michael Russ, Inha­ber der Süd­west­deut­schen Kon­zert­di­rek­tion Stutt­gart (SKS) star­tet in die­sen Tagen mit gro­ßen musi­ka­li­schen Ereig­nis­sen in die 66. Sai­son seit 1945.

 

Der frü­here Minis­ter­prä­si­dent Erwin Teu­fel über den erfolg­rei­chen Stutt­gar­ter Kon­zert­ver­an­stal­ter: „Wenn Baden-Würt­tem­berg und seine Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart heute über ein viel­fäl­ti­ges kul­tu­rel­les Ange­bot von inter­na­tio­na­lem Ruf ver­fü­gen, dann haben Sie die von Ihnen geführte Süd­west­deut­sche Kon­zert­di­rek­tion daran einen sehr gewich­ti­gen Anteil. Von der Klas­sik bis zur Moderne, vom Open-air-Fes­ti­val bis zur Kam­mer­mu­sik orga­ni­sie­ren und ver­an­stal­ten Sie seit Jah­ren Kon­zerte und Auf­füh­run­gen, die sich nicht nur in Stutt­gart gro­ßer Beliebt­heit erfreuen, son­dern auch in vie­len ande­ren Städ­ten unse­res Lan­des Beach­tung fin­den.“

 

Jähr­lich sind es rund 200 Kon­zerte, die er in Stutt­gart in einem brei­ten Spek­trum erst­klas­si­ger Ver­an­stal­tun­gen sei­nen Musik­in­ter­es­sen­ten bie­tet. Michael Russ hat das von sei­nen Eltern gegrün­dete Unter­neh­men mit gro­ßem Erfolg seit 1980, als Vater Erwin starb, in eige­ner Ver­ant­wor­tung geführt.

 

Seit 1983 ist er auch Prä­si­dent des Ver­bands der Deut­schen Kon­zert­di­rek­tio­nen und 1985 wurde ihm das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Bande ver­lie­hen. Als Ver­bands­prä­si­dent hat er wesent­li­chen Anteil daran, dass trotz schwie­ri­ger finan­zi­el­ler Bedin­gun­gen, in den neuen Bun­des­län­dern Kon­zert­di­rek­tio­nen geschaf­fen wur­den. Somit konnte auch dort ein flä­chen­de­cken­des Netz kul­tu­rel­ler Ange­bote ein­ge­rich­tet wer­den.

 

Mit gro­ßem sozia­lem Enga­ge­ment ist er seit 1985 Mit­in­itia­tor der Mili­tär­kon­zerte in der Stutt­gar­ter Hanns-Mar­tin-Schleyer-Halle zuguns­ten der Akti­ons­ge­mein­schaft Mul­ti­ple-Skle­rose-Erkrank­ter (Amsel). Musste er im ers­ten Jahr die­ser „Musik­show“ noch ein 7.000-DM-Defizt aus eige­ner Tasche beglei­chen, so konn­ten in den letz­ten Jah­ren Beträge bis zu sie­ben­stel­li­ger Höhe erwirt­schaf­tet wer­den. „Lei­der sind die so belieb­ten Mili­tär­kon­zerte Ver­gan­gen­heit gewor­den, lei­der hat uns eben der groß­ar­tige Spen­den­samm­ler Lothar Späth arg gefehlt“.

 

Michael Russ ist auch Grün­der der Rudolf-Ebert-Stif­tung zur För­de­rung des künst­le­ri­schen Nach­wuch­ses, ins­be­son­dere für junge Strei­che­rin­nen und Strei­cher. Aus die­ser Stif­tung ging der heute welt­weit bekannte För­der­kreis der Anne-Mut­ter-Stif­tung her­vor.

 

Nach sei­ner Lehre als Musi­ka­li­en­händ­ler in Ulm trat Michael Russ 1967 in das väter­li­che Geschäft ein, in dem auch die Mut­ter und seine drei Schwes­tern tätig waren.  Gebo­ren wurde er in Unter­ko­chen, dahin wurde die Fami­lie in den letz­ten Kriegs­jah­ren eva­ku­iert. Seine Schul­aus­bil­dung konnte er in einem Inter­nat in Iller­tis­sen abschlie­ßen. Ver­hei­ra­tet ist er mit Doris, einer gebür­tige Ber­li­ne­rin. „Seit 1996 ist meine Toch­ter Michaela eben­falls in der Geschäfts­lei­tung als Ver­tre­te­rin der drit­ten Gene­ra­tion unse­res Fami­li­en­un­ter­neh­mens tätig“ erzählt Michael Russ stolz. Der jung geblie­bene Groß­va­ter nimmt sich neben sei­nem star­ken beruf­li­chen Enga­ge­ment immer noch Zeit für sport­li­che Betä­ti­gun­gen. Er ist nicht nur begeis­ter­ter Schwim­mer und Rad­fah­rer, son­dern hat auch als Fuss­bal­ler bei den Stutt­gar­ter Pro­mi­nen­ten­ki­cker mit über 700 Spiel­ein­sät­zen eine beacht­li­che Kar­riere hin­ter sich. Michael Russ freut sich auf die kom­mende Sai­son, in der welt­be­rühmte Künst­ler zu sehen und zu hören sein wer­den, wie zum Bei­spiel Anne-Sophie Mut­ter und Anna Netre­beko. „Wenn wir mit unse­rer groß­ar­ti­gen Stutt­gar­ter Lie­der­halle als Ver­an­stal­tungs­ort für unsere Kon­zerte hoch­zu­frie­den sind, so wird doch in der Zwi­schen­zeit auf­grund des über­gro­ßen Kon­zertan­ge­bo­tes in Stutt­gart der Ruf nach einer neuen Kon­zert­halle immer lau­ter“, so Michael Russ.

 

Man­fred Wende