Revolutionäre Architektur im Hochformat

Über den sech­zig Jahre alten Stutt­gar­ter Fern­seh­turm

Er ist bis auf sei­nen Bauch­an­satz eher schlank, 217 Meter hoch und der erste sei­ner Art. Der welt­weit erste. Dabei ist er erst 60 Jahre alt und steht in Stutt­gart. Stahl und Beton bil­den sei­nen Kern, und nicht alle haben anfangs daran geglaubt, dass er nicht beim nächs­ten Sturm gleich wie­der umkip­pen würde. Doch er hat gehal­ten und ist heute nicht nur eines der Wahr­zei­chen der Lan­des­haupt­stadt, son­dern auch ein Pro­to­typ, den man auf der gan­zen Welt nach­ge­baut und wei­ter­ent­wi­ckelt hat. In Frank­furt steht heute einer, in Dort­mund, in Johan­nis­burg und China sowieso. Und obwohl er hun­derte von Malen nach­ge­baut und in der Höhe über­trof­fen wor­den ist, bleibt seine Ele­ganz bis heute unüber­trof­fen. Der Stutt­gar­ter Fern­seh­turm gilt auch noch mehr als ein hal­bes Jahr­hun­dert nach  sei­nem Bau als ästhe­ti­sches und archi­tek­to­ni­sches Meis­ter­werk.

Ursprüng­lich sollte es eigent­lich nur ein 200 Meter hoher Stahl­git­ter­mast für 200.000 DM (ca. 100.000 Euro) wer­den, auf dem der dama­lige Süd­deut­sche Rund­funk seine Anten­nen mit Draht­sei­len gesi­chert auf­stel­len wollte. Denn das damals noch junge TV-Signal konnte nur in den Höhen­la­gen rund um Stutt­gart eini­ger­ma­ßen gut emp­fan­gen wer­den. Fritz Leon­hardt, dem dama­li­gen Regie­rungs­bau­meis­ter und bekann­ten Brü­cken­bauer und Sta­ti­ker, gefiel die Vor­stel­lung eines sol­chen Bau­werks nicht im Min­des­ten, und daher ver­dankt ihm der Fern­seh­turm seine heu­tige Gestalt und dar­über hin­aus auch die tou­ris­ti­sche und gas­tro­no­mi­sche Nut­zung. Der zylin­dri­sche Korb in 150 Metern Höhe beher­bergt heute nicht nur Sen­de­tech­nik, son­dern auch eine Aus­sichts­platt­form, von der man einen phä­no­me­na­len Aus­blick über das Neckar­tal mit sei­nen Wein­ber­gen, die Schwä­bi­sche Alb, den Schwarz­wald und den Oden­wald hat. Wo sich was befin­det, lässt sich seit Herbst 2016 übri­gens mit der Aug­men­ted-Rea­lity-App „360Grad Fern­seh­turm“ der Stutt­gart-Mar­ke­ting GmbH und der Wirt­schafts­för­de­rung Region Stutt­gart GmbH ent­de­cken. Bei ein­ge­schal­te­ter GPS-Funk­tion wer­den auf dem eige­nen Smart­phone oder Tablet die Sehens­wür­dig­kei­ten und Kom­mu­nen ange­zeigt, in deren Rich­tung man gerade blickt. Per Klick erhält man neben einer Beschrei­bung Infor­ma­tio­nen zu Öff­nungs­zei­ten und  Ver­an­stal­tungs­hin­weise sowie wei­tere Medien wie Bil­der und Film.

Die tou­ris­ti­sche Nut­zung war sei­ner­zeit wirt­schaft­lich ein klu­ger Schach­zug von Leon­hardt: Nach nur fünf Jah­ren hat­ten sich die Bau­kos­ten des 1956 nach 20 Mona­ten Bau­zeit ein­ge­weih­ten Turms von dann doch über 4,2 Mil­lio­nen DM (ca. 2,1 Mio. Euro) schon durch die Ein­tritts­gel­der amor­ti­siert. Von der Gast­stätte aus genießt der Gast auch heute noch nachts bei küh­len Drinks die Lich­ter Stutt­garts. Bereits 27 Mil­lio­nen Besu­cher hat der Urahn aller Fern­seh­türme bis­her ange­lockt und eine ganze Wer­be­mit­tel­in­dus­trie inspi­riert: Seine Sil­hou­ette ziert T-Shirts, Taschen, But­tons, Gür­tel und wei­tere modi­sche Acces­soires. Und der SWR hat einen Bild­band über ihn her­aus­ge­ge­ben, der im Fern­seh­turm Shop oder online für 9,99 Euro erwor­ben wer­den kann.

Ralf Deckert

Unsere Juni-Ter­mine

1. Juni – 27. Juni
treff­punkt 50plus, Rote­bühl­platz 28
Leben­dige Far­ben
Aus­stel­lung von Ursula Witt

1. Juni – 18. Juni
Staats­ga­le­rie Stutt­gart,
Kon­rad-Ade­nauer-Str. 30 – 32
Ans andere Ende der Welt. Japan und die euro­päi­schen Künst­ler der Moderne

Sonn­tag, 11. Juni, 18:00 Uhr
Oper Stutt­gart, Obe­rer Schloß­gar­ten 6
Tosca von Gia­como Puc­cini
Ein­füh­rung in die The­ma­tik um 18:45 Uhr
im Opern­haus, Foyer, I. Rang

Don­ners­tag, 15. Juni, 19:30 Uhr
Oper Stutt­gart, Obe­rer Schloß­gar­ten 6
Pique Dame von Peter Tschai­kow­sky
Pre­miere, Einf. in die The­ma­tik um 17:15 Uhr

Do., 22.Juni – So., 25. Juni
Fried­richs­bau Va­rieté Thea­ter,
Sie­mens­stra­ße 15
Let`s Bur­les­que
Show­sen­sa­tion aus Ber­lin mit Live-
musik, Bur­les­que-Acts und Artis­tik
20 Uhr von Don­ners­tag bis Sams­tag,
Vor­stel­lung am Sonn­tag um 18 Uhr

Frei­tag, 23. Juni 2017, 17 Uhr
Bot­nang, Kirch­hal­den­schule,
Corel­li­weg 6
Som­mer­kon­zert des Jekis­schor
Orga­ni­sa­tion: Inge­borg Krebs-Kluge

Sams­tag, 24. Juni 2017, 10 Uhr
Sams­tag, 24. Juni 2017, 10 Uhr
Mitte TREFFPUNKT Rote­bühl­platz,
Rote­bühl­platz 28, Robert-Bosch-Saal
Instru­men­ten­be­ra­tung
Rock/Pop/Jazz
ab 12 Jah­ren
Orga­ni­sa­tion: Branko Arn­sek

Mitt­woch, 28. Juni 2017, 19 Uhr
Mitte, TREFFPUNKT Rote­bühl­platz,
Rote­bühl­platz 28, Karl-Adler-Saal
STUVO Podium
Kon­zert der Begab­ten­för­de­rung und
STU­di­en­VOr­be­rei­tung
Orga­ni­sa­tion: Monika Giur­gi­uman

Don­ners­tag, 29. Juni 2017, 20 Uhr
Fried­richs­bau Varieté Thea­ter,
Sie­mens­straße 15
Roc­kin Hal­le­luja
Echte Clas­sic-Rock Musik trifft auf authen­ti­schen Afro-Ame­ri­ka­ni­schen Gos­pel.

Frei­tag, 30. Juni 2017, 19:30 Uhr
Würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­bühne Ess­lin­gen,
Stroh­straße 1, 73728 Ess­lin­gen,
Schau­spiel­haus
Das Tage­buch der Anne Frank von Fran­ces Good­rich und Albert Hackett
Pre­miere