Besserer Schutz von Tieren und Pflanzen beantragt

Schwarz­wald kann bis Ende 2017 als  aner­kannt wer­den

Der Antrag, das Bio­sphä­ren­ge­biet Schwarz­wald inter­na­tio­nal als UNESCO-Bio­sphä­ren­re­ser­vat anzu­er­ken­nen, ist in der Geschäfts­stelle des Bio­sphä­ren­ge­biets in Schö­nau unter­zeich­net wor­den. Der Antrag wird vom deut­schen Natio­nal­ko­mi­tee für das UNESCO-Pro­gramm „Man and the Bio­s­phere“ an die UNESCO wei­ter­ge­lei­tet. Eine Aner­ken­nung wäre dann bis Ende 2017 mög­lich.

Gemein­sam erle­ben wir hier im Schwarz­wald, in den Gren­zen des Bio­sphä­ren­ge­biets, wie eine ein­zig­ar­tige Modell­re­gion mit erheb­li­chem Mehr­wert für Wirt­schaft, Tou­ris­mus und Natur ent­steht“, erklärte Umwelt­mi­nis­ter Franz Unter­stel­ler. Er lobte das Enga­ge­ment der betei­lig­ten Kreise und Kom­mu­nen und hob die natur­schutz­fach­lich her­aus­ra­gende Bedeu­tung des Bio­sphä­ren­ge­biets Schwarz­wald her­vor: „Das Bio­sphä­ren­ge­biet begeis­tert mit sei­ner typi­schen und durch die All­mend­wei­den ein­ma­li­gen Land­schaft, mit sei­nen Wäl­dern, Moo­ren und Fel­sen und mit sei­nen Gewäs­sern. Es lohnt sich, diese Natur- und Kul­tur­land­schaft mit ihrem Reich­tum an Pflan­zen und Tie­ren zu schüt­zen und wei­ter zu ent­wi­ckeln.“

Das künf­tige Bio­sphä­ren­re­ser­vat umfasst ein Gebiet von über 63.000 Hektar. Etwas mehr als zwei Drit­tel davon sind als so genannte Ent­wick­lungs­zone dekla­riert, rund 30 Pro­zent sind Pfle­ge­zone und gut drei Pro­zent bil­den die Kern­zone des Reser­vats. Wäh­rend die Kern­zone ihrer natür­li­chen Ent­wick­lung über­las­sen wer­den muss, kann und soll in den bei­den ande­ren Zonen natur­scho­nend und nach­hal­tig gewirt­schaf­tet und gepflegt wer­den. In der Pfle­ge­zone steht die natur­scho­nende Nut­zung der Kul­tur­land­schaf­ten im Vor­der­grund, in der Ent­wick­lungs­zone ist die nach­hal­tige Ent­wick­lung der Flä­chen das Ziel, wobei die Flä­chen grund­sätz­lich unein­ge­schränkt wirt­schaft­lich, land­wirt­schaft­lich oder tou­ris­tisch genutzt wer­den kön­nen.

Für Regie­rungs­prä­si­den­tin Bär­bel Schä­fer ist die Unter­zeich­nung ein Mei­len­stein: „Mit der Unter­zeich­nung des UNESCO-Antrags gehen wir einen wei­te­ren Schritt in der Erfolgs­ge­schichte des Bio­sphä­ren­ge­biets im Schwarz­wald. Die Aner­ken­nung als UNESCO-

Bio­sphä­ren­re­ser­vat wird mit vie­len krea­ti­ven Ideen einen spür­ba­ren Impuls für die Stei­ge­rung der Qua­li­tät und Attrak­ti­vi­tät die­ser Region und somit für das Wohl­erge­hen der Men­schen, die hier leben, geben.“ Sie ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir wei­tere 200 Hektar Staats­wald in die Kern­zone des Bio­sphä­ren­ge­biets ein­brin­gen kön­nen. Das ist noch­mals ein star­kes Bekennt­nis der Lan­des­re­gie­rung zum Bio­sphä­ren­ge­biet.“

Antrag auf Aner­ken­nung als UNESCO-Bio­sphä­ren­re­ser­vat

Der Antrag auf Aner­ken­nung als UNESCO-Bio­sphä­ren­re­ser­vat ist von Umwelt- und Natur­schutz­mi­nis­ter Franz Unter­stel­ler, der Regie­rungs­prä­si­den­tin Bär­bel Schä­fer, dem Geschäfts­füh­rer des Bio­sphä­ren­ge­biets Schwarz­wald, Wal­ter Kem­kes, sowie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der betei­lig­ten Kreise Lör­rach, Walds­hut und Breis­gau-Hoch­schwarz­wald sowie der Stadt Frei­burg unter­zeich­net wor­den.

Außer­dem unter­stüt­zen die 28 Kom­mu­nen des Bio­sphä­ren­ge­biets Schwarz­wald den Antrag: Aitern, Böl­len, Fröhnd, Hau­sen im Wie­sen­tal, Häg-Ehrs­berg, Klei­nes Wie­sen­tal, Schö­nau im Schwarz­wald, Schö­nen­berg, Schopf­heim, Todt­nau, Tunau, Utzen­feld, Wem­bach, Wie­den, Zell im Wie­sen­tal (alle Land­kreis Lör­rach), Alb­bruck, Ber­nau im Schwarz­wald, Dachs­berg, Höchen­schwand, Häu­sern, Ibach, St. Bla­sien, Ühlin­gen-Bir­ken­dorf, Wehr (Land­kreis Walds­hut), Hin­ter­zar­ten, Hor­ben, Ober­ried, Schl uch­see (Land­kreis Breis­gau-Hoch­schwarz­wald).

Die Geschäfts­stelle des Bio­sphä­ren­ge­biets ist in Schö­nau ein­ge­rich­tet. Neben Geschäfts­füh­rer Wal­ter Kem­kes, einer Ver­wal­tungs­kraft und einer Assis­tenz wer­den dort Fach­leute für Natur­schutz, für Land­nut­zung, für Wirtschaft/Tourismus/Regionalentwicklung/Vermarktung und für Bildung/Kultur/Gesellschaft/Soziales arbei­ten. Ein Besu­cher­zen­trum für das Bio­sphä­ren­ge­biet wird vor­aus­sicht­lich in Todt­nau ent­ste­hen.

Die Kos­ten für das Bio­sphä­ren­ge­biet von etwa 660.000 Euro jähr­lich trägt in den ers­ten drei Jah­ren das Land, danach über­neh­men die Kreise und Kom­mu­nen 30 Pro­zent der Kos­ten.

 

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