Urban Gardening

Gemü­se­an­bau im Züb­lin-Park­haus

Schon mal was von Aqua­po­nic gehört? Nein? Aqua­po­nic setzt sich zusam­men aus den bei­den Begrif­fen Aqua­kul­tur und Hydro­po­nic. Bei der Aqua­kul­tur wer­den Spei­se­fi­sche in Was­ser­tanks gezüch­tet, und in der Hydro­po­nik wird Gemüse direkt im Was­ser gezo­gen. Aqua­po­nic ver­eint also die Zucht von Spei­se­fi­schen und den Gemü­se­an­bau in einem effi­zi­en­ten Was­ser­kreis­lauf­sys­tem: Die Spei­se­fi­sche leben in den gro­ßen Tanks der Aqua­po­nic-Anlage und rei­chern das Was­ser mit Nähr­stof­fen an, Bak­te­rien ver­wan­deln die­ses Was­ser in einen hoch­wer­ti­gen Dün­ger, der dann mit­tels eines Bewäs­se­rungs­sys­tems zu den Gemü­se­pflan­zen und Kräu­tern gebracht wird. Diese wie­derum fil­tern das Was­ser, das dann wie­der gerei­nigt in die Fisch­tank fließt und der Kreis­lauf star­tet von vorne. Die­ses weit­ge­hend selbst erhal­tende Sys­tem schont natür­li­che Res­sour­cen, benö­tigt 95% weni­ger Was­ser als her­kömm­li­che Land­wirt­schaft und kann schon auf klei­nen Flä­chen und sogar mit­ten in Groß­städ­ten umge­setzt wer­den.

Fas­zi­niert von die­ser Pro­duk­ti­ons­weise baute der Stutt­gar­ter Ver­ein Grün­f­isch e.V. Anfang 2015 selbst eine Aqua­po­nic-Anlage. Die ent­stan­dene Klein­an­lage ist gerade mal sechs qm groß, auf  Gemü­se­pro­duk­tion aus­ge­legt und beher­bergte in der ers­ten Sai­son 30 afri­ka­ni­sche Bunt­bar­sche (Tila­pia). Die Ener­gie zum Betrieb der Was­ser- und Luft­pumpe, des Heiz­sta­bes und der Sen­so­rik zu Über­wa­chung der Was­ser­qua­li­tät lie­ferte eine Pho­to­vol­ta­ik­an­lage. Im ers­ten Som­mer wuch­sen in der Anlage Toma­ten, Paprika, Auber­gi­nen, Salate, Man­gold, Kohl­rabi sowie ver­schie­dene Kräu­ter im „Abwas­ser“ der Fische. Denen ging es bei all dem offen­bar auch gut, denn sie beka­men Nach­wuchs. Seit dem Früh­jahr 2016 steht die öffent­lich zugäng­li­che Anlage im Nach­bar­schafts­gar­ten der „Ebene 0“ des Züb­lin-Park­hau­ses in Stutt­gart-Mitte.

www.gruenfisch-aquaponik.de