500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag

WLB-Pre­miere von LUTHER! am 15. Juni 2017 im Frei­licht­thea­ter

Fünf Jahr­hun­derte nach dem The­sen­an­schlag in Wit­ten­berg erin­nert die WLB mit ihrer Frei­licht­pro­duk­tion an das his­to­ri­sche Ereig­nis: Als der junge Theo­loge Mar­tin Luther am 31. Okto­ber 1517 fünf­und­neun­zig The­sen gegen den Miss­brauch beim Han­del mit Ablass­brie­fen ver­öf­fent­licht, ahnt nie­mand, dass die­ses Ereig­nis welt­ge­schicht­li­che Bedeu­tung erlan­gen würde – am wenigs­ten er selbst. Vor Luther liegt von die­sem Tag an ein stei­ni­ger Weg. Er wird vor den Kai­ser, Karl V., bestellt wer­den, Papst Leo X. wird den Augus­ti­ner­bru­der durch eine Bulle als Häre­ti­ker exkom­mu­ni­zie­ren, und als Reichs­ge­äch­te­ter muss er um sein Leben fürch­ten. Nur dank des Mutes des säch­si­schen Kur­fürs­ten wird er – getarnt als „Jun­ker Jörg“ – zehn Monate Schutz auf der Wart­burg bei Eisen­ach fin­den. Die Bot­schaf­ten Luthers füh­ren zu zahl­rei­chen Erhe­bun­gen der Bau­ern, die Refor­ma­tion erfasst weite Teile Euro­pas und ent­wi­ckelt sich vie­ler­orts zur Revo­lu­tion und zum Krieg. Am Ende ist nichts mehr wie es vor­her war.

Wer war Luther eigent­lich?
Was trieb den jun­gen Mann aus Eis­le­ben an, der als 21-Jäh­ri­ger Augus­ti­ner­mönch wurde? Wer waren seine Weg­be­glei­ter, wer seine Geg­ner? Wel­chen Preis musste Luther für seine Über­zeu­gung bezah­len, dass man Gott mehr gehor­chen muss als den Men­schen?

Der Autor Jörg Ehni zeich­net in sei­nem Stück die wich­tigs­ten Sta­tio­nen Mar­tin Luthers nach. Die Zuschauer wer­den in die Welt Mar­tin Luthers ent­führt und kön­nen teil­ha­ben an den Gedan­ken, Kon­flik­ten, aber auch an der inne­ren Zer­ris­sen­heit und Ein­sam­keit des Men­schen und Refor­ma­tors. Als zen­tra­len Gegen­spie­ler lässt Jörg Ehni den Teu­fel auf­tre­ten, der Luther in ver­schie­de­nen Gestal­ten begeg­nen und her­aus­for­dern wird. Auf diese Weise gelingt es dem Autor, fik­tio­nale Anteile mit dem his­to­ri­schen Grund­ge­rüst des Stücks zu ver­knüp­fen, um die­sen gro­ßen Stoff fass­bar und letzt­lich spiel­bar zu machen.

Die Insze­nie­rung von Regis­seur und Büh­nen­bild­ner Mar­cel Kel­ler sucht Luther in sei­nem his­to­ri­schen Kon­text zu ver­or­ten, aus wel­chem sich schließ­lich sein Bedürf­nis nach einer radi­ka­len Neu­ori­en­tie­rung der Kir­che nährt. Der Fokus liegt dabei auf der Über­set­zung der Lebens­rea­li­tät des frü­hen 16. Jahr­hun­derts, die von Aber­glau­ben, der All­ge­gen­wär­tig­keit des Jen­seits und stän­dig dro­hen­den Gefah­ren wie Seu­chen oder Kriege durch­drun­gen war.

Als Bühne hat Kel­ler ein fle­xi­bel bespiel­ba­res Spiel­po­dest mit Lei­tern ent­wor­fen, das Asso­zia­tio­nen an einen Kal­va­ri­en­berg weckt. Zwei Zuschau­er­tri­bü­nen las­sen aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven auf das Gesche­hen schauen.

Die Kos­tüm­bild­ne­rin Kat­rin Busching greift bei ihren Ent­wür­fen auf his­to­ri­sche Ele­mente aus der Zeit Luthers zurück.

Felix Munt­wi­ler, Kir­chen­mu­sik­di­rek­tor am Ess­lin­ger Müns­ter St. Paul, zeich­net für die Musik ver­ant­wort­lich. Das musi­ka­li­sche Spek­trum der Insze­nie­rung reicht von Cho­rä­len luthe­ri­scher Prä­gung über mit­tel­al­ter­li­che Trink­lie­der bis zu moder­nen Klang­flä­chen.

Würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­bühne Ess­lin­gen
Luther! von Jörg Ehni
Pre­miere: Don­ners­tag, 15. Juni 2017, 20 Uhr, Georg-Chris­tian-von-Kes­ser-Platz;
wei­tere Vor­stel­lun­gen bis zum 29. Juli
Kar­ten sind an der Thea­ter­kasse,
Tel. 0711 / 3512 3044, erhält­lich.
Infos und Online-Kar­ten­bu­chung unter:
www.wlb-esslingen.de