Neuer gesetzlicher Anspruch

Über­gangs­pflege im Krankenhaus

Die Ope­ra­tion ist gut ver­lau­fen, die Wunde macht auch keine Pro­bleme, und eigent­lich könnte der Pati­ent nun aus dem Kran­ken­haus ent­las­sen wer­den. Doch an ein selb­stän­di­ges Leben zuhause ist auf­grund der Geh­be­hin­de­rung noch lange nicht zu den­ken. So oder so ähn­lich geht es vie­len, die sta­tio­när im Kran­ken­haus behan­delt wor­den sind und nun vor der Ent­las­sung ste­hen. „In den letz­ten Jah­ren haben uns Rat­su­chende immer wie­der von erheb­li­chen Pro­ble­men berich­tet, einen Pfle­ge­dienst für sich oder ihre Ange­hö­ri­gen zu fin­den, wenn sie aus dem Kran­ken­haus ent­las­sen wer­den“, sagt Thor­ben Krum­wiede, Geschäfts­füh­rer der Unab­hän­gi­gen Pati­en­ten­be­ra­tung Deutsch­land. Doch nun gibt es in die­sem Bereich eine gesetz­li­che Neue­rung: Seit dem 20. Juli 2021 haben gesetz­lich Ver­si­cherte einen Anspruch auf Über­gangs­pflege im Kran­ken­haus, wenn sie dort behan­delt wur­den und im Anschluss an die Ent­las­sung erfor­der­li­che Leis­tun­gen wie häus­li­che Pflege nicht oder nur unter erheb­li­chem Auf­wand erbracht wer­den können.

Der Anspruch auf eine Über­gangs­pflege im Kran­ken­haus wurde mit dem Gesund­heits­ver­sor­gungs­wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz (GVWG) gesetz­lich ver­an­kert. Lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen vor, über­nimmt das Kran­ken­haus danach für bis zu zehn Tage die kom­plette Ver­sor­gung des gesetz­lich Ver­si­cher­ten. Dazu gehö­ren unter ande­rem Unter­kunft und Ver­pfle­gung, die Gabe von Arz­nei­mit­teln, die Grund- und Behand­lungs­pflege sowie die im Ein­zel­fall erfor­der­li­chen ärzt­li­chen Behandlungen.

Die gesetz­li­che Rege­lung im GVWG allein machte bis­her nicht deut­lich, wann ein ‚erheb­li­cher Auf­wand‘ vor­liegt und dem­nach die Vor­aus­set­zun­gen für den Anspruch erfüllt sind“, sagt Heike Mor­ris, juris­ti­sche Lei­te­rin der UPD. „Die Doku­men­ta­ti­ons­ver­ein­ba­rung schafft Klar­heit sowohl für gesetz­lich Ver­si­cherte als auch für Kran­ken­häu­ser und gesetz­li­che Kran­ken­kas­sen. Aus Pati­en­ten­sicht freut uns das sehr.“
„Wich­tig ist, dass das Kran­ken­haus die Pati­en­ten über ihren Anspruch auf Über­gangs­pflege infor­miert, wenn die Anschluss­ver­sor­gung noch nicht aus­rei­chend sicher­ge­stellt ist“, sagt Thor­ben Krum­wiede mit Ver­weis auf die Bera­tungs­er­fah­rung der UPD. Dem­nach berich­ten Rat­su­chende immer wie­der, dass Kran­ken­häu­ser sie ent­las­sen wol­len, obwohl ihre Wei­ter­ver­sor­gung nicht gewähr­leis­tet ist. „Wir raten gesetz­lich Ver­si­cher­ten, auf ihren gesetz­li­chen Anspruch, auf das Ent­lass­ma­nage­ment und gege­be­nen­falls auf die Über­gangs­pflege hin­zu­wei­sen, wenn die Kran­ken­häu­ser sie vor­schnell ent­las­sen wol­len“, betont der UPD-Geschäfts­füh­rer und ergänzt:
„Natür­lich bera­ten und infor­mie­ren wir Betrof­fene in unse­rer Bera­tung gern über ihre Rechte und Mög­lich­kei­ten bei der Ent­las­sung aus dem Krankenhaus.“

Tel.: 0800 011 77 22 (kos­ten­los)
Mail: info@patientenberatung.de
www.patientenberatung.de